- Anzeige -

Kloster St. Gerasimos (Deir Hajla)

Jericho - Deir Hajla
Jericho - Deir Hajla Kloster St. Gerasimos ...in der Nähe zum Jordan - Foto: Wikipedia - Autor: Avishai Teicher - Lizenz: s.u.



Überblick

Jericho - Deir Hajla
Jericho - Deir Hajla Kloster St. Gerasimos - Foto: Wikipedia - Autor: Bukvoed - Lizenz: s.u



Die Taufstelle Jesu wird im Bereich des Jordan vermutet, in dem sich auch das Kloster St. Gerasimos befindet. Schon früh lebten in diesem Gebiet Einsiedler und Eremiten, die sich im 5. Jahrhundert n. Chr. zusammenschlossen und dieses Kloster gründeten. Die Klostergründung wird auf den Mönch Gerasimos zurückgeführt, der einige Jahre in diesem Gebiet als Eremit lebte. Auch Johannes der Täufer soll zumindest zeitweise hier in diesem Gebiet gepredigt und getauft haben. Johannes der Täufer war ein jüdischer Bußprediger, der um 28 n. Chr. in Galiläa und Judäa auftrat. Er wirkte im palästinischen Judentum und hatte auch in der jüdischen Diaspora Anhänger. Seine Historizität ist umstritten, wird aber nach heute vorherrschender Ansicht durch den jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus verbürgt. [1]




Umgebung des Klosters

Jordan - Taufstelle
Jordan - Taufstelle Blick auf die jordanische Seite der Taufstelle am Jordan - Foto: Wikipedia - Autor: Ori~ - Lizenz: s.u.


Dieser Johannes wird im von Urchristen in griechischer Sprache verfassten Neuen Testament als Prophet der Endzeit und Wegbereiter Jesu Christi mit eigener Anhängerschaft dargestellt. Im Anschluss daran verehren ihn viele Kirchen als Heiligen. Im Koran, der heiligen Schrift des Islam, ist Johannes der drittletzte Prophet vor ʿĪsā ibn Maryam (Jesus) und Mohammed (Sure 3,39). Die Evangelien von Johannes und Markus beginnen mit dem Wirken Johannes des Täufers, einer Stimme in der Wüste, die zur Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden aufrief. Seit dem Besuch von Johannes Paul II. im Jahr 2000 in diesem Bereich Palästinas und Israels ist Bewegung in die Erschließung dieses Gebietes gekommen. Heute kann man die Stätten der Taufe besuchen, die auf israelischer Seite Quasr al-Yahud und auf jordanischer Seite Wadi al-Kharrar heißen.


Jordan - Taufstelle
Jordan - Taufstelle Grenzgebiet zum Jordan - Qasr al-Yahud - Einganstor zum Grundstück der Franziskaner, auf dem vor 1967 zwei Kapellen zugänglich waren - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Ori~ - Lizenz s.u.


Durch dieses Gebiet fließt der Jordan und hinterläßt eine grüne Schneise in einem bis heute noch lebensfeindlichen Gebiet. Das Kloster St. Gerasimos ist etwa 4 Kilometer (Luftlinie) von diesen Stellen entfernt, und es war bis zum Jahr 2000 nicht möglich, diese Stätten zu besuchen. Angehörige der griechisch-orthodoxen Kirche durften lediglich zu den Feiertagen „Heilige Drei Könige“ und zum Osterfest mit einer Sondergenehmigung des israelischen Staates über einen engen und von Stacheldrahtzäunen eingefaßten Weg diesen Bereich besuchen. Noch heute sieht man nach einem Spaziergang von etwa 1800 m östlich des Klosters den Patrouillenweg der israelischen Armee, die hier lange Zeit das einsickern von Terroristen aus dem jordanischen Grenzgebiet verhinderte. Überall in diesem Gebiet gibt es zahlreiche Stacheldrahtzäune und Schilder mit der Warnung vor Minen, die ein betreten dieses Areals verbieten. Diese Sperrzone ist durchschnittlich etwa 1 km breit und in diesem Gebiet befinden sich einige Kirchen, die heute verlassen sind, aber bis 1967 zugänglich waren.


Kloster St. Gerasimos

Jericho - Deir Hajla
Jericho - Deir Hajla Blick auf die Klosterkirche - Foto: Wikipedia - Autor: Avishai Teicher - Lizenz: s.u.


Die Landstraße 90 verbindet den Norden Israels mit dem Süden und endet in der Stadt Eilat. Über diese Landstraße ist auch das Kloster St. Gerasimos zu erreichen und zwar liegt die Ausfahrt zwischen Jericho und Beit HaArava von Norden kommend auf der linken Seite. Geographisch gesehen liegt das Kloster unterhalb der Einmündung des Wadi el-Murar in den Jordan. Das griechisch-orthodoxe Kloster St. Gerasimos ist eines der ältesten Klöster in Palästina. Es wurde von dem Mönch Gerasimos um 445 n. Chr. hier an dieser Stelle gegründet, wo man einst die Taufstelle Jesu vermutete. Der Jordan als Ort der Taufe ist allerdings noch etwa 4 Kilometer (Qasr al-Yahud) von dieser Stelle entfernt. Die Mauern des Klosters St. Gerasimos sind umgeben von Bäumen, lediglich in Richtung zum Jordan nach Osten wird das Gelände trocken und unfruchtbar.


Jericho - Deir Hajla
Jericho - Deir Hajla St. Gerasimos Kloster - Foto: Wikipedia - Autor: Avishai Teicher - Lizenz: s.u.


Um das Kloster herum ist ein Garten mit schönen Bäumen und verschiedenen Pflanzen entstanden, die den kärglichen Bodenverhältnissen angepasst sind- auch der Innenhof ist schön begrünt. Die Mönche des Klosters arbeiten in der Landwirtschaft und im Gemüseanbau, zusätzlich halten sie Tiere wie z.B. verschiedene Vogelarten, Pferde, Schweine und Ziegen. Der griechisch-orthodoxen Tradition entsprechend soll dies auch der Ort sein, wo Josef und Maria mit dem Kind auf der Flucht vor König Herodes nach Ägypten Halt gemacht haben sollen. Es heißt, sie hätten Zuflucht in einer Höhle hier in der Nähe gefunden. Im Inneren der Kirche ist ein schöner Mosaikfußboden aus dem Mittelalter erhalten. Mehrfach wurde das Kloster beschädigt- nicht zuletzt durch ein Erdbeben, das zu einem kompletten Abriß der Gebäude führte.

Hier können Sie eine sehr schöne und detailierte Übersicht des Klosters St. Gerasimos betrachten...!


Jericho - Deir Hajla
Jericho - Deir Hajla Kloster St. Gerasimos, Interior - Foto: Wikipedia - Autor: Bukvoed - Lizenz: s.u


Gerasimos war der Abt einer Gemeinschaft von etwa 70 Mönchen, die alle hier in der Wüste östlich von Jericho lebten, in der Nähe zum Jordan. Sein Fest wird am 4. März gefeiert. Die Lampen in der Klosterkirche brennen mit dem Öl aus der Grabeskirche von Jerusalem. Das Kloster ist auch heute noch bewohnt- allerdings gibt es nur noch wenige Mönche an diesem Ort. Weiterhin gibt es auch ein Wohnhaus für das weltliche Personal und weitere Gebäude und Stallungen, die auf eine bescheidene landwirtschaftliche Nutzung des Klosters hindeuten. In der Nähe sind ein paar kärgliche Felder zu sehen. Ansonsten schweift der Blick über weite Teile der Wüste nahe am Toten Meer, das von hier aus noch etwa 8 Kilometer entfernt liegt.


Jordansenke

Jericho - Deir Hajla
Jericho - Deir Hajla Klosterinnenhof - Foto: Wikipedia - Autor: Ori~ - Lizenz: s.u.


Der Platz in der Jordansenke, den die Mönche einst für den Bau des Klosters suchten und fanden, liegt einsam und abseits von jeder Zivilisation. Wahrscheinlich war es ihnen wichtig, in der Nähe zur Taufstelle zu siedeln. Möglicherweise war das damalige Klostergebäude aber auch ein Zentrum für die hier in der Gegend lebenden Eremiten. Viele Klöster im Heiligen Land sind in der Nähe der biblischen Stätten errichtet worden. Der Ort des Klosters heißt Deir Hajla und ist eine palästinensische Ortschaft im Gouvernement Jericho. Der Ort liegt etwa 5,7 Kilometer südlich von Jericho Stadt. In der Nähe des Klosters soll sich eine Höhlenkirche befinden, die den Platz markiert, wo die heilige Familie während ihrer Flucht Aufnahme fand. Hieraus entstand das spätere Kloster Malawn, das sich um 617 n. Chr. mit dem Gerasimos Kloster verband. Im Inneren der Klosterkirche befinden sich Mosaikböden aus dem Mittelalter.


Heiliger Gerasimos

Jericho - Deir Hajla
Jericho - Deir Hajla Kloster St. Gerasimos - der Heilige mit einem Löwen - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Der heilige Gerasimos stammte aus der Provinz Lykien in Kleinasien. Er wurde Mönch und ging als Einsiedler in die thebaische Wüste (bei Theben - Ägypten). Um das Jahr 450 zog er weiter nach Palästina und gründete in der Nähe des Jordan ein Kloster mit strengen asketischen Regeln. Er hing dem von Eutyches und Dioskur verkündeten Monophysitismus an, ließ sich aber von Euthymios dem Großen zum orthodoxen Glauben bewegen. Sein Lieblingsschüler war der Anachoret Cyriacus. Sein Gedenktag in der orthodoxen Kirche ist am 4. März, in der römisch-katholischen Kirche am 5. März. Gerasimos verstarb im Jahr 475 hier am Jordan. Auf Abbildungen sieht man den heiligen Gerasimos meistens mit einem Löwen- wie nebenstehend.




Taufstelle Qasr al-Yahud

Jordan - Taufstelle
Jordan - Taufstelle Qasr al-Yahud - Place of Jesus Baptism, on the bank of the Jordan River, North of the Dead Sea, Israel - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Deror Avi - Lizenz s.u.


Im Judentum hat der Jordan Bedeutung als der Fluss, den das Volk Israel bei der Landnahme Kanaans nach der Wanderung durch die Wüste unter der Führung Josuas überschritt. So wird u.a. auch diese Stelle als der Ort angenommen, an der die Israeliten in das Land Kanaan eingedrungen sind. Auch der Prophet Elias soll hier das Wasser des Jordan geteilt haben und danach mit einem feurigen Wagen in den Himmel aufgefahren sein...

Weitere Informationen zur Taufstelle Qasr al-Yahud in Israel finden Sie hier....!


Wadi al-Kharrar

Jordan - Taufstelle
Jordan - Taufstelle Ausgrabung der Kirche Johannes der Täufer in Bethabara, Jordanien - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Berthold Werner - Lizenz s.u.


In der Nähe des Wadi al-Kharrar soll in früheren Zeiten eine Furt den Übergang des Jordans (Hadschlafurt?) ermöglicht haben. Wahrscheinlich führte hier eine alte römische Straße als Verbindung zwischen Jerusalem und Transjordanien vorbei. Heute ist eine rege Bautätigkeit auf beiden Seiten der Grenze zu beobachten. Der Jordan - hier als Grenze zwischen Israel und Jordanien - fließt wie immer träge und trüb an diesem Ort vorbei...

Weitere Informtionen zum Wadi al-Kharrar in Jordanien finden Sie hier....!


Totes Meer

Totes Meer
Totes Meer ...das Tote Meer, Sonnenuntergang - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Ester Inbar


Das Tote Meer (hebräisch: Jam haMelach bzw. Salzmeer; arabisch: Bahr al-Mayyit oder Bahr Lūt, „Meer des Todes“ oder „Meer des Lot“) ist ein abflussloser See, der vom Jordan gespeist wird und für seinen hohen Salzgehalt bekannt ist. Er grenzt an Israel, das unter israelischer Verwaltung stehende Westjordanland und an Jordanien. Der Name geht vermutlich auf Hieronymus aus dem 4. Jahrhundert zurück. Zuvor wurde der See „Salzmeer“ oder „Asphaltsee“ genannt....

Weitere Informationen zum Toten Meer in Israel finden Sie hier....!


Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur Person Johannes des Täufers und seines Wirkens stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 1. Januar 2018!

Die Fotos "Teaserfoto: Monastery St. Gerasimos - Autor: Bukvoed (2 Fotos) - Qasr al-Yahud; Grenzgebiet zum Jordan; (3 Fotos) - Autor: Deror Avi" - "Kloster St. Gerasimos; Blick auf die Klosterkirche; Blick auf das Kloster; (3 Fotos) - Autor: Avishai Teicher" - "Kloster St. Gerasimos; Interior; - Autor: Bukvoed" - "Qasr al-Yahud - Place of Jesus Baptism, on the bank of the Jordan River, North of the Dead Sea, Israel; (5 Fotos) - Autor: Deror Avi" - "Eingangstor zum Grundstück der Franziskaner; Blick auf die jordanische Seite der Taufstelle am Jordan; Gerasimos Kloster, Innenhof; (3 Fotos) - Autor: Ori~" - "Ausgrabung der Kirche Johannes der Täufer in Bethabara, Jordanien - Autor: Berthold Werner" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und werden unter den Bedingungen der Creative CommonsNamensnennung 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.


Fotos vom Kloster St. Gerasimos

-Anzeige-