Massada
Israel - Massada
Foto: Pixelio.de - Fotograf: I. Friedrich
Überblick
Israel - Massada
Plateau-Station der Kabinenbahn - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)
Massada (Masada) ist eine ehemalige jüdische Festung in den Bergen Judäas. Sie befindet sich in Israel am Südwestende des Toten Meeres. Das Felsplateau und die Umgebung des Bergkegels ist heute ein israelischer Nationalpark. Massada spielte neben den Festungen Herodion und Machaerus eine wichtige Rolle im Jüdischen Krieg. Auf dem Plateau befindet sich ein Palast Herodes des Großen (Nordpalast).
Geschichte
Israel - Massada
Massada und die Römerrampe - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Berthold Werner - Lizenz s.u.
Nach Flavius Josephus, einem römischen Geschichtsschreiber aus dem ersten Jahrhundert n. Chr., befestigte Herodes der Große (73 - 4 v. Chr.) das Plateau zwischen 37 und 31 v. Chr. als Zufluchtsort für sich selbst und seine Familie im Falle eines Aufstandes. Es wurde eine Kasematten Mauer um die Spitze der Hochebene gebaut und durch insgesamt 40 Türme verstärkt. Innerhalb der Festung Massada wurden Magazine, Kasernen, ein Zeughaus und Zisternen angelegt. Weiterhin baute Herodes einen Palast am Abhang des Gipfels.
Tod von Herodes
Drei schmale, gewundene Pfade (einer davon wird auch heute noch als Schlangenpfad bezeichnet) führten vom Wadi aus nach oben zu den stark befestigten Toren. Die gesamte Anlage der Festung galt seinerzeit als uneinnehmbar. Nach dem Tod von Herodes wurde hier eine römische Garnison stationiert. Um 66 n. Chr., unmittelbar zu Beginn des ersten jüdisch-römischen Krieges, nahm eine Gruppe jüdischer Extremisten (Sikarier) die Festung in Besitz. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels (70 n. Chr.) in Jerusalem durch Titus, flüchteten jüdische Rebellen und ihre Familien auf den Gipfel.
Belagerung
Israel - Massada
Thermen aus der Zeit des Herodes - Wandmalerei
Die einzigen geschichtlichen Quellen über die Belagerung und den endgültigen Sieg der Truppen von Titus stammen aus den Büchern von Flavius Josephus. Nach den modernen Interpretationen der Werke des Josephus waren die Sikarier eine extremistische Splittergruppe der Zeloten. Ziel des Aufstandes war die Befreiung von der römischen Herrschaft in Judäa. Die Sikarier auf Massada wurden von Elazar ben Ya'ir angeführt (möglicherweise die gleiche Person wie Eleazar ben Simon). 72 n. Chr. marschierte der römische Statthalter von Judäa Lucius Flavius Silva nach Massada mit der römischen Legion X Fretensis und belagerte die Festung. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, die Festung einzunehmen, errichtete der Feldherr einen Belagerungsring rund um das Plateau, damit jedwede Flucht der eingeschlossenen Zeloten von vornherein verhindert wurde.
Niederlage in Massada
Weiterhin richteten sie verschiedene Feldlager für ihre Truppen ein, deren Grundbasis noch heute sichtbar ist. Sodann bauten die Römer eine Rampe an die Westseite des Plateaus. Tausende Tonnen Steine und Erde wurden allmählich zu einer immer höher aufsteigenden Rampe aufgeschüttet. Nach etwa drei Monaten wurde die Rampe im im Frühjahr 73 fertiggestellt und die Belagerer konnten nun endlich die Mauer der Festung mit einem Rammbock durchstoßen. Als die Römer nun in die Festung eindrangen, fanden sie keine Überlebenden mehr vor. Die Verteidiger hatten sich selbst getötet, um der Sklaverei zu entgehen. Lediglich zwei Frauen und fünf ihrer Kinder überlebten, weil sie sich vor dem Selbstmord in einer Zisterne versteckt hatten. Diese Tat machte Massada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens.
Massada heute
Israel - Massada
Ruine der byzantinischen Kirche aus dem Mittelalter - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Talmoryair - Lizenz s.u.
Nach dem Fall der Festung Massada blieb die Stätte lange Zeit verlassen. Im 5. und 6. Jahrhundert war der Berg durch christliche Mönche besiedelt. Sie erbauten eine Kirche, die zu den frühesten Kirchen im südlichen Judäa gehört. Einige Reste dieses Baus sind bis heute erhalten. Die Festung geriet nun allmählich in Vergessenheit, bis sie im Jahre 1838 wiederentdeckt wurde. Ausgegrabungen fanden in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts unter der Leitung von Jigael Jadin statt. Obwohl Massada lange vergessen war und außerdem die historische Zuverlässigkeit der Berichte von Flavius Josephus umstritten ist, konnte die Überlieferung eine große Wirkung entfalten.
Wichtige Attraktion
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Thermen aus der Zeit des Herodes
Der Mythos von Masada wurde ein wichtiger Bestandteil der zionistischen Ideologie. Die auf dem Plateau befindliche Synagoge von Massada wird heute gerne für Bar Mitzvahs genutzt. Massada ist eine wichtige Attraktion für Touristen, die das Tote Meer, die Wüste Negev und die nahe gelegene Oase En Gedi besuchen. Im Jahre 2001 wurde Massada in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.
Quellennachweis:
Die Fotos "Ruine der byzantinischen Kirche aus dem Mittelalter - Autor: Talmoryair" - "Massada und die Römerrampe - Autor: Berthold Werner" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Diese Dateien wurden unter den Bedingungen der Creative Commons „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.
Das Titelfoto "Massada" stammt aus der Bildquelle: © Fotograf: I. Friedrich/ PIXELIO.DE
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