Gazastreifen - Geschichte Teil I.

Gazastreifen - Khan Yunis
Gazastreifen - Khan Yunis Yunus al-Nûrûzi Karawanserei, 2016 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: DYKT Mohigan - Lizenz: s.u.



Überblick

Philister
Philister Linienzeichnung philistäischer Motive auf ägyptischen Denkmälern aus dem Tempel von Medinet Habu - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Fulcran Vigouroux (gemeinfrei)



Gaza war in der frühen Antike ein bedeutendes Handelszentrum an der Schnittstelle von Afrika, Asien und Europa. Entsprechend reichhaltig sind die archäologischen Funde. Der Küstenstrich wurde im 15. Jahrhundert v. Chr. wie auch Teile der Levante von Ägypten erobert. Um 1506 v. Chr. herrschte Thutmosis I. (18. Dynastie Ägyptens). Ägypten erobert Nubien und die Levante (1504 v. Chr. - 1492 v. Chr.). Das Neue Reich umfasst im Alten Ägypten die Zeit von 1550 bis 1070 v. Chr. (18. bis 20. Dynastie) und ist neben dem Alten Reich die wohl bekannteste Epoche der Pharaonenzeit.

Im Zuge des sogenannten Seevölkersturms im 12. Jahrhundert v. Chr. übernahmen die Philister das Gebiet und bauten es zum Kern ihres Siedlungsgebietes Philistäa aus. Die Philister gründeten Stadtstaaten wie z.B. Aschdod, Aschqelon, Eqron, Gat (Gath) und Gaza, die als Pentapolis ein wehrhaftes Bündnis und gemeinsames Herrschaftsgebiet bildeten. [1]






Geschichte von Gaza

Alexander der Große (356 v. Chr. - 323 v. Chr.)
Alexander der Große (356 v. Chr. - 323 v. Chr.) Alexander der Große; hellenistisch, 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr., griechischer Marmor - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Jastrow (2006) (gemeinfrei)


Vom 8. Jahrhundert v. Chr. an wechselte in kurzen Abständen die Herrschaft über Gaza. Nacheinander gewannen Ägypten und Assyrien Einfluss, und im 7. Jahrhundert wurde Gaza vom Neubabylonischen Reich annektiert. Das altpersische Achämenidenreich beherrschte die gesamte Levante vom späten 6. Jahrhundert v. Chr. an, ehe Alexander der Große Gaza 332 v. Chr. nach dreimonatiger Belagerung eroberte. Überlebende Männer, Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft.

Mit seinem Regierungsantritt begann das Zeitalter des Hellenismus, in dem sich die griechische Kultur über weite Teile der damals bekannten Welt ausbreitete.

Alexanders Nachfolger, die Ptolemäer (von Ägypten aus) und die Seleukiden (von Syrien aus), beherrschten das Gebiet bis zur Eroberung durch die Römer im 1. Jahrhundert v. Chr., die die Stadt Gaza wieder aufbauten und ihr zu neuer Blüte verhalfen. [1]


Jesreel-Ebene (Israel)
Jesreel-Ebene (Israel) Jesreel-Tal mit moderner Straße entlang der Via Maris im Vordergrund - Foto: Wikimedia Commons - Autor: James Emery - Lizenz: s.u.


Unter anderem verlief auch die schon in der vorrömischen Zeit wichtige und nun ausgebaute Handelsstraße Via Maris durch Palästina. Im Zuge der Teilung des Römischen Reiches 395 n. Chr. fiel Gaza mit der ganzen Levante an Byzanz.

Juden lebten in Gaza spätestens seit dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert. Die jüdische Gemeinde erlebte eine erste Blütezeit im Mittelalter bis zur Ankunft der Kreuzfahrer im 11. Jahrhundert. Einen grundlegenden kulturellen und politischen Wandel in der Region bewirkte die islamische Eroberung im Jahr 636. Die Schlacht am Jarmuk war ein wichtiges Ereignis im Rahmen der damaligen islamischen Expansion. Dabei bereiteten die muslimischen Araber den oströmischen Truppen des Kaisers Herakleios eine entscheidende Niederlage, in deren Folge Ostrom bzw. Byzanz seine Besitzungen in Syrien und Palästina und etwas später auch in Ägypten verlor. Seither entwickelte sich Gaza zu einer arabischen Stadt. [1]



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Überreste der Mamelukenmoschee in den Ruinen des Dorfes Beit Tima - eingebunden über Wikimedia Commons


....ägyptisch-mamelukische Herrschaft

Kairo - Ägypten
Kairo - Ägypten ...von den Mamelucken errichtete Sultan-Hassan-Moschee in Kairo (1356 - 1363) - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Berthold Werner - Lizenz: s.u.


Nachdem im 11. Jahrhundert vorübergehend Kreuzfahrer das Gebiet erobert hatten, kam es im 12. Jahrhundert unter ägyptisch-mamelukische Herrschaft. Mameluken waren in vielen islamischen Herrschaftsgebieten Militärsklaven zentralasiatischer oder osteuropäischer Herkunft, ab dem 14. Jahrhundert auch teilweise nichtmuslimische Untertanen des Osmanischen Reiches. Nach der Niederlage gegen die Osmanen im Jahr 1517 geriet es wie das gesamte Mamelukenreich unter türkische Herrschaft. Jedoch blieben die Mameluken in Ägypten noch bis zur Invasion Napoleons 1798 und ihrer endgültigen Beseitigung durch Muhammad Ali Pascha (1811) als lokale Herrscherelite bestehen.

Mit Nathan von Gaza entwickelte sich in Gaza eines der wichtigsten Zentren des messianischen Judentums und der jüdischen Mystik. Das Gebiet des Gazastreifens wurde Teil des Eyâlets Syrien, ab 1872 des Sandschaks Jerusalem. [1]


Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Ruinen von Gaza zur Zeit des Großangriffs 1917 – Sinai- und Palästinafeldzug - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Fotoabteilung der Amerikanischen Kolonie – Library of Congress (gemeinfrei)


Im Ersten Weltkrieg (Sinaifront 1915/1916) beantworteten die Briten die Suezoffensive der von den Mittelmächten unterstützen Osmanen mit einer Gegenoffensive der Egyptian Expeditionary Force, die die Grenze des Sandschaks Jerusalem überschritten. Um den Briten den Einmarsch zu erschweren, errichteten die Mittelmächte bei Gaza eine Verteidigungslinie, wobei sie den größten Teil der Stadtbevölkerung nach Hebron und Jerusalem evakuierten.

Ein Teil der Evakuierten wurde mit der osmanischen Militärbahn Bayt Ḥanunat–at-Tina und über weitere Strecken sogar bis nach Homs und Aleppo (Syrien) verbracht. Gaza selbst wurde dem Erdboden gleichgemacht (erste, zweite und dritte Schlacht um Gaza) und das gesamte Gebiet kam im Rahmen der Regelungen des Palästinamandats unter britische Verwaltung. [1]



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Britische Kriegsgefangene, die nach der ersten Schlacht um Gaza im Jahr 1917 von osmanischen Truppen bewacht wurden - eingebunden über Wikimedia Commons


Von 1918 bis zur Teilung Palästinas (1948)

Gazastreifen
Gazastreifen ...eine britische Artilleriebatterie vor Gaza, 1917 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Yonidebest (gemeinfrei)


Zwischen 1918 und 1920 zogen die im Weltkrieg siegreichen Briten und Franzosen neue Grenzen in den eroberten osmanischen Gebieten. In der sogenannten Occupied Enemy Territory Administration South fassten die Briten einen Teil der osmanischen Verwaltungseinheiten zur Region Palästina zusammen. Der Völkerbund erteilte Großbritannien 1922 das Völkerbundsmandat für Palästina. Heute umfasst der geografische Begriff Palästina üblicherweise das Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan, also das Staatsgebiet Israels, den Gazastreifen und das Westjordanland einschließlich Ostjerusalem. In der heutigen jüdischen Geschichtsschreibung und der aktuellen Politik des Staates Israel wird häufig der Begriff Eretz Israel verwendet, wenn es um den Namen Palästina geht. Richtig ist allerdings, dass die Bezeichnung Eretz Isarel etwas anderes meint als Palästina, so wie wir es heute verstehen. Der Name Palästina steht in einem Kontext zur römischen Geschichte. Nach der Niederschlagung des dritten jüdischen Aufstands (Bar-Kochba-Aufstand in den Jahren 132 - 135) benannte der römische Kaiser Hadrian die vormals als Judäa bezeichnete römische Provinz in Syria Palaestina um.

In den Bestimmungen des Mandats beauftragte der Völkerbund die zivile britische Mandatsverwaltung, in Palästina die Schaffung einer unabhängigen Heimstatt für das jüdische Volk vorzubereiten. 1923 teilten die Briten vom Mandatsgebiet dessen östlich des Jordans gelegenen Teil ab und schufen darin das Emirat Transjordanien. [1]


Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Moschee Said-Hachem, 1922 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ecole biblique et archéologique française de Jérusalem (gemeinfrei)


Unterdessen kehrte in das kriegszerstörte Gaza, das nun zum britischen Mandatsgebiet Palästina gehörte, weniger als die Hälfte seiner einstigen Bevölkerung zurück. In Palästina formierten sich zwei Nationalbewegungen, eine arabische und eine jüdische; jüdische Bewohner organisierten sich ab 1920 im Jischuv. Mit Jischuv bezeichnete man die jüdische Bevölkerung und das jüdische Gemeinwesen in Palästina vor der Gründung des Staates Israel (1948). Die Repräsentantenversammlung war das gewählte Selbstverwaltungsorgan der jüdischen Gemeinschaft im britischen Mandatsgebiet Palästina. [1]


Mohammed Amin al-Husseini (1895 - 1974)
Mohammed Amin al-Husseini (1895 - 1974) Al-Husseini mit Zhou Enlai auf der Bandung-Konferenz in Indonesien, 1955 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Government of Indonesia - UNESCO (gemeinfrei)


Die britische Mandatsmacht erkannte 1928 die Repräsentantenversammlung als Repräsentativorgan der jüdischen Bevölkerung Palästinas an und forderte die arabischen Führer auf, die vorwiegend muslimische und christliche arabische Bevölkerung ebenfalls eine politische Vertretung wählen zu lassen. Daraufhin gründeten arabische Notabeln das Arabische Hohe Komitee, dessen Leitung bis zu seiner Flucht im Herbst 1937 der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, übernahm. Leider hatte dieser Leiter des Arabischen Hohen Komitees seine Fähigkeiten bei weitem überschätzt, was letztendlich der Sache der arabischen Palästinenser abträglich war. [1]


Mandatsverwaltung

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Kirche Saint-Porphyre im Jahr 1922 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ecole biblique et archéologique française de Jérusalem (gemeinfrei)


Die Mandatsverwaltung (Government of Palestine) modernisierte das Land nach britischem Vorbild in Verwaltung, Justiz, Schulwesen und Wirtschaft. Die zunehmende jüdische Einwanderung ebenso wie soziale Umbrüche in der arabischen Gesellschaft führten zu Spannungen zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung und ersten Ausschreitungen gegen Juden in Jaffa (1921), Hebron und Safed (1929). 1929 wurden die meisten jüdischen Familien aus Gaza vertrieben, 1936 begann der Arabische Aufstand gegen die Mandatsmacht, und auch während und nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es den Briten nicht, britische, arabische und jüdische Ansprüche zu versöhnen. [1]


New York - UN-Hauptquartier
New York - UN-Hauptquartier Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Per Krohg - Lizenz: s.u.


Der eigenen Verluste an Mitteln und Menschenleben überdrüssig, übergab Großbritannien das Palästinamandat an die 1945 gegründeten Vereinten Nationen (UN), den Rechtsnachfolger des Völkerbunds. Angesichts der Gewalt zwischen Anhängern der beiden nationalen Bewegungen in Palästina schien eine Lösung des Konflikts in einem binationalen Staat inzwischen unmöglich. Die letzten in Gaza verbliebenen Juden wurden aus der Stadt vertrieben. Am 29. November 1947 beschlossen die in den UN vertretenen Nationen den UN-Teilungsplan für Palästina, demzufolge Gaza einem zu gründenden arabischen Staat zugeschlagen werden sollte. [1]


Unter ägyptischer Kontrolle 1948–1967

Gazastreifen
Gazastreifen Palästinensische Flüchtlinge verlassen nach dem Krieg von 1948 den Gazastreifen auf Fischerbooten - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Hrant Nakashian – UNRWA: Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten - Lizenz: s.u.


Am 15. Mai 1948 - kurz nach dem offiziellen Ende des Mandats um Mitternacht - überschritt zu Beginn des Palästinakriegs die ägyptische Armee die Grenze bei Rafah und marschierte in Gaza ein. Die Ägypter kämpften entlang der Via Maris in langwierigen Gefechten um kleine jüdische Siedlungen, die sämtlich am Ende unterlagen. Vom 15. Mai bis 8. Juli griffen ägyptische Streitkräfte ins Gefecht um Kfar Darom ein und eroberten Nirim (15. Mai) und Jad Mordechai (19. bis 25. Mai).

Im Oktober 1948 gelangen Israels Streitkräften Vorstöße in der Negev-Wüste (Operation Joav, 15.–22. Oktober 1948), worauf der zuständige ägyptische Brigadegeneral Muhammad Nagib seinen Truppen befahl, sich aus Ad Halom, ihrem weitesten Vorstoß ins israelische Kernland, in das Gebiet um Gaza zurückzuziehen. Die sich dann herauskristallisierende einstweilige Frontlinie legten Ägypten und Israel im Waffenstillstandsabkommen vom 24. Februar 1949 als Grüne Linie fest. Damit war der Gazastreifen territorial abgesteckt. [1]


Arabische Liga

Flagge Arabische Liga
Flagge Arabische Liga Flagge der Arabischen Liga - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Flad (gemeinfrei)


Bereits zuvor, am 22. September 1948, hatte die Arabische Liga den Gazastreifen zum „Protektorat Gesamt-Palästina“ erklärt und Mohammed Amin al-Husseini, den früheren Großmufti von Jerusalem, der seit 1945 in Ägypten im Asyl lebte, zu dessen Präsidenten berufen. Ebenfalls von der Arabischen Liga wurde eine provisorische Regierung für Gesamt-Palästina aufgestellt und Ahmad Hilmi Pascha als deren Premierminister eingesetzt. Doch konnten die so für Gesamt-Palästina geschaffenen arabischen Organe einstweilen nur im Gazastreifen wirken, da sich Cisjordanien (Westjordanland) seit 1948 unter der Kontrolle Transjordaniens befand, von dem es 1950 annektiert wurde.

Die ohnehin beschränkten Möglichkeiten der Protektoratsorgane, die Politik im Gazastreifen zu bestimmen, entzog das Königreich Ägypten 1952 und löste nach Ausrufung der ägyptischen Republik im Jahr darauf die Regierung Gesamt-Palästinas auf. [1]


Suezkrise

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Der neu ernannte Bürgermeister von Gaza-Stadt, Rushdi Al-Shawa, bei der Einweihungszeremonie des Stadtrats von Gaza-Stadt in Anwesenheit des israelischen Militärs, 26. November 1956 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Moshe Pridan - Government Press Office (Israel) - Lizenz: s.u.


1956 wurde der Gazastreifen im Sinaifeldzug (Suezkrise) von Israel besetzt, nachdem von dort aus Terrorangriffe palästinensischer Fedayin stark zugenommen hatten; Militärgouverneur für Gaza wurde General Matti Peled.

Auf Druck der USA beendeten Großbritannien, Frankreich und Israel ihre militärische Intervention, und Ägypten übernahm faktisch wieder die Herrschaft über den Gazastreifen. Dessen inhaltslosen Status als Protektorat Gesamt-Palästina hob Ägypten 1959 offiziell auf. [1]


Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) UN-Fahrzeug bei einer Kontrollfahrt in Gaza-Stadt, 5. November 1956 - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Beno Rothenberg /Meitar Collection / Israelische Nationalbibliothek / The Pritzker Family National Photography Collection - Lizenz: s.u.


Infolge der Suezkrise wurden Friedenstruppen der Vereinten Nationen (UNEF-Mission) im Gazastreifen stationiert. Dies führte zur Beruhigung des Grenzkonflikts zwischen Israel und Ägypten. Auch in der Zeit nach 1959, bis zum Sechstagekrieg 1967, wurde der Gazastreifen von Ägypten verwaltet, jedoch nicht annektiert. Im Gegensatz zum jordanisch besetzten Westjordanland, durch dessen Annexion 1950 alle Palästinenser dieses Gebietes bis zum Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien von 1994 jordanische Staatsbürger wurden, gewährte Ägypten den Bewohnern des Gazastreifens keine staatsbürgerlichen Rechte- sie blieben staatenlos. [1]


Gazastreifen
Gazastreifen Israelische Soldaten durchsuchen am 16. August 1967 ein palästinensisches Haus im besetzten Gazastreifen - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Rot, Yosi - Israelische Nationalbibliothek (gemeinfrei)


Während der Mobilisierung ägyptischer Truppen vor Ausbruch des Sechstagekriegs wurden die UNEF-Soldaten auf Anweisung Gamal Abdel Nassers am 19. Mai 1967 abgezogen. Unmittelbar danach begannen Feuerwechsel zwischen israelischen Grenzpatrouillen und arabischen Kämpfern sowie Attacken der Palästinensischen Befreiungsarmee vom Gazastreifen aus.

Im Sechstagekrieg von 1967 wurde der Gazastreifen von Israel besetzt. Während die gleichzeitig eroberte Sinai-Halbinsel von der israelischen Armee nach den Camp-David-Gesprächen von 1978 und der Unterzeichnung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrages von 1979 stufenweise bis 1982 geräumt wurde, blieb der Gazastreifen bis 2005 unter israelischer Kontrolle, und die israelische Regierung genehmigte dort die Anlage jüdischer Siedlungen. 8600 Siedler lebten auf 30 % des Gebietes des Gazastreifens in einem als Gusch Katif bezeichneten Siedlungsblock im Süden. [1]


Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Evakuierung israelischer Sicherheitskräfte aus dem Gefängnis in Gaza - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ohayon Avi - Lizenz: s.u.


Diese Siedlungen waren für die arabischen Bewohner des Gazastreifens nicht zugänglich und schnitten ihren Zugang zu Stränden und Feldern ab (ähnlich wie im Westjordanland). Für die israelischen Siedler wurde ein eigenes, vom palästinensischen getrenntes Straßennetz angelegt, über das ihre Orte vom israelischen Staatsgebiet aus sicher erreichbar sein sollten. Anfang der 1980er bestand im Gazastreifen ungeachtet der Unzufriedenheit der lokalen Bevölkerung eine überwiegend friedliche Koexistenz. Erst im Dezember 1987 begann die Erste Intifada mit Protestaktionen arabischer Jugendlicher im Gazastreifen.

Seit dem Gaza-Jericho-Abkommen von 1994 (dem sogenannten Kairoer Abkommen) stand der Gazastreifen überwiegend unter der Selbstverwaltung der Palästinenser (Palästinensische Autonomiegebiete). Nur Teile des Gazastreifens blieben zunächst noch unter israelischer Kontrolle. [1]


Gazastreifen

Gazastreifen - Gaza (Stadt)
Gazastreifen - Gaza (Stadt) Gaza-Stadt, Palästinensische Gebiete - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Grauesel (gemeinfrei)


Der Gazastreifen ist ein Küstengebiet am östlichen Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten mit Gaza-Stadt als Zentrum. Der Gazastreifen hat circa 2,1 Millionen Einwohner. Das Land in diesem Gebiet ist uraltes Kulturland ähnlich der Umgebung um Aschdod und Aschkelon. Die wichtige antike Verkehrsader Via Maris zwischen Ägypten und Damaskus führte u.a. durch dieses Gebiet und die Stadt Gaza gehörte zum Volk der Philister. Heute ist der Gazastreifen ein Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete und steht im Inneren formal unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde....

Weitere Informationen zur Geschichte des Gazastreifen finden Sie hier....!


Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Geschichte des Gazastreifens basieren auf dem Artikel Gazastreifen (Stand vom 18.10.2025) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Eyecatcher: Barquq castle exterior, 2016; Yunus al-Nûrûzi Karawanserei, 2016; (2 Fotos) - Autor: DYKT Mohigan" - "Jesreel-Tal mit moderner Straße entlang der Via Maris im Vordergrund - Autor: James Emery" - "Sultan-Hassan-Moschee in Kairo (1356 - 1363) - Autor: Berthold Werner" - "Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York - Autor: Per Krohg" - "Palästinensische Flüchtlinge verlassen nach dem Krieg von 1948 den Gazastreifen auf Fischerbooten - Autor: Hrant Nakashian - UNRWA: Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten" - "Bürgermeister von Gaza-Stadt, Rushdi Al-Shawa, bei der Einweihungszeremonie des Stadtrats von Gaza-Stadt in Anwesenheit des israelischen Militärs, 26. November 1956 - Autor: Moshe Pridan - Government Press Office (Israel)" - "Evakuierung israelischer Sicherheitskräfte aus dem Gefängnis in Gaza - Autor: Ohayon Avi" sind unter der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported verfügbar.

Das Foto aus der Wikimedia Commons "UN-Fahrzeug bei einer Kontrollfahrt in Gaza-Stadt, 5. November 1956 - Autor: Beno Rothenberg /Meitar Collection / Israelische Nationalbibliothek / The Pritzker Family National Photography Collection" ist lizensiert unter der Namensnennung-Share Alike 4.0 International Deed (CC BY-SA 4.0) Lizenz.