Gazastreifen - Gaza (Stadt) Teil I.
Einige der hier auf dieser Seite gezeigten Fotos sind vor dem 7. Oktober 2023 entstanden- sie zeugen noch vom weitgehend „normalen Leben“ im Gazastreifen. Sie dokumentieren den Bestand an Wohnhäusern, Geschäftshäusern, Krankenhäusern, Straßen, Feldern, Häfen, Grünflächen und Parks vor dem Ausmaß der Zerstörung durch die israelischen Streitkräfte.
Überblick
Gaza, auch Gasa genannt, im Gouvernement Gaza ist die größte Stadt im Gazastreifen, der seit 1994 de jure unter Verwaltung des Staates Palästina bzw. der Palästinensischen Autonomiebehörde steht; die Stadt stand de facto von Juni 2007 bis Anfang 2024 unter der Verwaltung der Terrororganisation Hamas. In Gaza befanden sich der Verwaltungssitz der Autonomiebehörde und ein Seehafen am Mittelmeer. Die Bevölkerungszahl wurde 2017 mit 590.481 angegeben; in der Agglomeration Gazastreifen lebten im selben Jahr mehr als 1,8 Millionen Menschen. Die Stadt erstreckt sich über etwa 46 Quadratkilometer. Stadtkerne bilden die Ortsteile al-Zaytoun im Landesinneren nahe der Hauptstraße und Rimal, Scheikh Radwan und al-Nassr in Meeresnähe. [1]
Gaza liegt 78 Kilometer südwestlich von Jerusalem, 71 Kilometer südlich von Tel Aviv-Jaffa und 30 Kilometer nördlich von Rafah. Ein Großteil der modernen Stadt ist entlang der Ebene unterhalb des Hügels gebaut, insbesondere im Norden und Osten. Der Strand und der Hafen von Gaza liegen drei Kilometer westlich des Stadtkerns und der Raum dazwischen ist vollständig auf niedrigen Hügeln bebaut. Die Rasheed-Küstenstraße verläuft entlang der Küste des Gazastreifens und verbindet sie mit der übrigen Küstenlinie des Gazastreifens im Norden und Süden. Die Hauptstraße des Gazastreifens, die Salah al-Din Straße, verläuft mitten durch Gaza-Stadt und verbindet sie mit Deir al-Balah, Khan Yunis und Rafah im Süden sowie Jabalia und Beit Hanoun im Norden. Die Omar-Mukhtar-Straße ist die Hauptstraße in der Stadt Gaza, die in Nord-Süd-Richtung verläuft. Sie zweigt von der Saladinstraße ab und erstreckt sich von der Rimal-Küste bis zur Altstadt, wo sie am Goldmarkt endet. [1]
Klima
Gaza hat ein heißes halbtrockenes Klima mit mediterranen Merkmalen, das sich durch milde, regnerische Winter und trockene, heiße Sommer auszeichnet. Der Frühling kommt etwa im März oder April. Der heißeste Monat ist der August mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von 31,7 °C (89,1 °F). Der kühlste Monat ist der Januar mit Temperaturen von meist 17,96 °C. Regen ist selten und fällt fast ausschließlich zwischen November und März, wobei die jährliche Niederschlagsmenge etwa 542 Millimeter beträgt. [1]
Geschichte
Das heutige Gaza wurde über der antiken Stadt erbaut. Im Altertum war Gaza als Hafenstadt bedeutend. Das alte Stadtgebiet erstreckte sich quadratisch über 1 Quadratkilometer. Gesichert wurde es durch die Lage auf einem Hügel sowie durch eine Stadtmauer mit Toren in den vier Himmelsrichtungen.
Von Thutmosis III. bis Ramses IV. (Neues Reich) war Gaza Verwaltungssitz der Ägypter im damaligen Kanaan. Die Küstenstädte Gaza, Aschkelon und Aschdod waren Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr. noch ägyptische Zentren, bis sie von den Philistern, vielleicht im Verlauf des sogenannten Seevölkersturms, erobert wurden. Die Philister begründeten einen Fünf-Städte-Bund, die sogenannte Pentapolis, wobei die Vormacht im Verlauf der Zeit unter den Städten Aschdod, Aschkelon, Ekron (oder Akkaron, heute: Akir), Gat (vgl. Tell es-Safi) und Gaza wechselte. [1]
Assyrische Herrschaft
Die Städte wurden von einzelnen Fürsten regiert. Als die ägyptische Herrschaft schwand, übernahmen die Philister die Macht. Dabei kam es zwischen den Philistern, den Israeliten und Kanaanitern über mehrere Jahrhunderte immer wieder zu Kämpfen, von der biblischen Richterzeit bis zum Beginn der israelitischen Königszeit. Ausgrabungen bezeugen den Verzehr von Schweinefleisch in dieser Zeit. Laut der jüdisch-christlichen Tradition war Gaza der Ort der Gefangensetzung Simsons und seines Todes.
Aufgrund seiner Lage am Ende der Weihrauchstraße stieg Gaza im 8. Jahrhundert v. Chr. zur wichtigsten Stadt der Gegend auf. Im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. wechselte die Stadt mehrfach den Besitzer. 734 v. Chr. wurde die Stadt von den Assyrern unter Tiglat Pileser III. erobert. Tiglat Pileser, meist auch Tiglat-Pileser III. war von 745 bis 726 v. Chr. König des Assyrischen Reiches. Der König richtete in der Stadt ein Karum ein. Karum bezeichnet primär eine altassyrische Handelskolonie oder einen Hafen (Anlegeplatz) u.a. im anatolischen Raum.
Die Assyrer nannten Gaza „Stadt am Bach von Ägypten“ (Nahal Mušur). Im Nimrud-Prisma rühmt sich auch Sargon II., in Gaza ein Karum eingerichtet zu haben. Hanunu von Gaza rebellierte 720 gegen Sargon II. Er wurde abgesetzt, die Stadt aber nicht zerstört. [1]
Perserreich
Um 609 v. Chr. wurde Gaza wieder ägyptisch; 605/604 fiel sie ans Neubabylonische Reich. 525 v. Chr. stellte sie sich dem persischen Vormarsch nach Ägypten in den Weg, wurde letztlich aber doch ins Perserreich einverleibt. Unter den Achämeniden genoss Gaza wegen seiner Bedeutung für den Handel mit Arabien weitestgehende Autonomie. Als Alexander der Große Gaza während des Alexanderzuges erreichte, leistete die Stadt unter dem persischen Kommandanten Batis Widerstand. Nach zweimonatiger Belagerung wurde Gaza eingenommen, die Bevölkerung massakriert und Batis mit einem Streitwagen zu Tode geschleift.
Nach dem Ende des Alexanderreichs stritten sich die Ptolemäer und Seleukiden um Gaza, bis es 200 v. Chr. endgültig in seleukidische Hand kam. Zu dieser Zeit begann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt, die ihre Rolle als Handelsmetropole nicht zuletzt an Alexandria verlor. Von Alexander Jannäus wurde die Stadt im Jahr 98 v. Chr. völlig zerstört. [1]
Rhetorik-Schule
Von den Römern, insbesondere dem Prokonsul Gabinius, in den letzten Jahren der Römischen Republik, wurde Gaza Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. etwas südlich des alten Stadthügels neu aufgebaut. Bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. wurde in Gaza vor allem der Stadtgott Marnas verehrt. Mit Porphyrios von Gaza (347 – 420 n. Chr.) setzte sich das Christentum in der Stadt durch. In der Spätantike und in byzantinischer Zeit (5. – 6. Jahrhundert n. Chr.) war Gaza vor allem für seine Rhetorik-Schule berühmt. Die Rhetorik-Schule von Gaza war eine Gruppe einflussreicher Gelehrter. Viele von ihnen pflegten eine Lehrer-Schüler-Beziehung und nahmen als Redner am lokalen öffentlichen Leben teil.
Zu den berühmten Vorsitzenden der Schule gehörten Aeneas von Gaza (gestorben um 518 n. Chr.), ein christlicher Neuplatoniker, der die christliche Auferstehungslehre verteidigte, Prokopios von Gaza (465 – 528 n. Chr.), der Kommentare zu Büchern des Alten Testaments verfasste, die zu den frühesten Beispielen der so genannten katenischen Kommentare zählen, und sein Schüler Chorikios von Gaza. [1]
Die Rhetorische Schule in Gaza trug dazu bei, das byzantinische Palästina zu „einem der wichtigsten Zentren des Lernens und der intellektuellen Aktivität in der Spätantike“ zu machen, das sogar andere große Städte im Mittelmeerraum wie Athen und Alexandria in den Schatten stellte. Die Soft Power, die die Schule und die zeitgenössische Bibliothek von Caesarea-Palaestina darstellten, gewährte Palästina in der byzantinischen Ära ein gewisses Maß an lokaler Autonomie. Als die Gaza-Triade wurden die drei christlichen Theologen Aeneas, Prokopios und Zacharias von Mytilene Scholasticus (gestorben um 540 n. Chr.), ein früher Kirchenhistoriker, bezeichnet.
Im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde die Stadt mehrheitlich christlich. Zudem bestand in römischer und in byzantinischer Zeit eine jüdische Gemeinde. Im Jahr 635 n. Chr. wurde Gaza von den Arabern in der Islamischen Expansion erobert. Gaza, das seine Bedeutung als Handelsort zwischenzeitlich eingebüßt hatte, wurde wieder zu einem wichtigen Umschlagplatz auf der Weihrauchstraße, insbesondere im Handel mit Mekka. [1]
Die Zeit der Kreuzzüge
Die Kreuzfahrer unter Balduin I., König von Jerusalem um 1100, eroberten die Stadt, die damals in Ruinen lag und Gadres genannt wurde. Balduin III. ließ 1149 eine kleine Burg in Gaza errichten und übergab diese und die Umgebung nach deren Fertigstellung dem Templerorden, der in der Folgezeit den gesamten Siedlungshügel wiederbefestigte. Durch die Befestigung von Gaza schnitten die Kreuzfahrer die Festungsstadt Aschkelon vom Landweg nach Ägypten ab. Aschkelon war damals das letzte Bollwerk der ägyptischen Fatimiden-Dynastie in Palästina und wurde daraufhin 1153 erobert. 1170 belagerte Saladin erfolglos die Stadt. Nach der Schlacht bei Hattin 1187 wurde sie 1188 schließlich kampflos an Saladin übergeben, im Austausch gegen den in der Schlacht gefangen genommenen Templer-Großmeister Gérard de Ridefort. 1192 wurde Gaza kurzzeitig von den Teilnehmern des Dritten Kreuzzugs unter Richard Löwenherz besetzt, doch 1192 beim Friedensschluss zwischen Richard und Saladin diesem überlassen und die Befestigungen dazu geschleift.
Sowohl in der Schlacht bei Gaza (1239) als auch in der Schlacht von La Forbie (1244) unterlagen die Kreuzfahrer nahe der Stadt muslimischen Heeren. Die Muslime wandelten die Johannes dem Täufer geweihte Kirche der Kreuzfahrer zur Großen Moschee um. [1]
Mamelukische und osmanische Zeit
Unter der Herrschaft der ägyptischen Mameluken-Dynastie wurde Gaza Verwaltungssitz für den Küstenstreifen bis nördlich von Caesarea Maritima. Nachdem die Osmanen in der Schlacht von Mardsch Dabiq 1516 bei Aleppo obsiegt hatten, fiel Palästina an das Osmanische Reich. Die Stadtoberen in Palästina übergaben zwar die Schlüssel ihrer Städte an die neuen Machthaber, doch wurde Gaza zum einzigen Schauplatz des Widerstands gegen die Osmanen. Die Bevölkerungszahl betrug laut der Forschung des Historikers Amnon Cohen in osmanischen Registern im Steuerjahr 1525/1526 rund 5500 Menschen, stieg auf 13.600 Einwohner um 1548/1549, hielt sich stabil bei 13.400 im Steuerjahr 1556/1557 und sank dann auf 6700 um 1596/1597.
Um 1665 wirkte hier Nathan von Gaza, der einen starken Einfluss auf die Entwicklung von Schabbtai Zvi nahm. Die Muslime verehrten in Gaza das Grab von Mohammeds Großvater in der Sayyid-Haschim-Moschee. [1]
Eine Luftaufnahme des englischen Friedhofs in Gaza-Stadt, ein Geschenk des palästinensischen Volkes an die im Krieg von 1914 bis 1918 gefallenen alliierten Soldaten zum Gedenken an sie - eingebunden über Wikimedia Commons
Am 25. Februar 1799 besetzte Napoleons Armée d’Orient Gaza auf ihrem Weg nach Jaffa und zur Belagerung von Akkon einige Wochen, nachdem sie sich in al-Arisch (Ägypten) zeitweise gegen die osmanische Armee durchgesetzt hatte. Für den Zeitraum zwischen 1800 und 1880 schätzt Yehoshua Ben-Arieh, dass Gazas Bevölkerung von 8.000 auf 19.000 Einwohner anwuchs.
Für 1895/1896 nennt Ruth Kark die Zahl von 20.750 Einwohnern; darunter befanden sich 786 Christen. Die landbesitzende Familie al-Schawa verfügte um das Ende des 19. Jahrhunderts über Grundbesitz von rund 100.000 Dunam (10.000 Hektar). Dies war überaus viel im Vergleich zu den 60.000 Dunam im Besitz der Abd al-Hadi in Nablus oder den 50.000 Dunam der mächtigen Jerusalemer Familie al-Husseini. Aus der Familie ging der Bürgermeister Said al-Schawa hervor. Said al-Schawa (* 1868; † Oktober 1930) war ein palästinensischer Politiker und der erste Bürgermeister von Gaza-Stadt. Er war von 1906 bis 1917 im Amt und von 1921 bis zu seinem Tod eines der Mitglieder des Obersten Islamischen Rates. Al-Schawi hatte während des Ersten Weltkrieges die Osmanen und den Jerusalemer Politiker Mohammed Amin al-Husseini unterstützt und war ein Gegner des Britischen Mandats für Palästina. [1]
Die Wirtschaft war auf Seifenherstellung und auf das Getreide aus der Gegend ausgerichtet, wie 1859 der US-amerikanische Missionar William McClure Thomson (1806 – 1894) im Buch The Land and the Book festhielt, der das Land um Gaza als besonders fruchtbar anpries und mit dem Tal des Mississippi gleichstellte. Daneben etablierte sich der Hafen von Gaza, der anders als zum Beispiel der Hafen von Jaffa durch Gärten und Sanddünen etwa 3,5 Kilometer von der Stadt getrennt war. Er erreichte 1913 ein Handelsvolumen von 269.350 Pfund Sterling, wovon 108.230 auf Importe und 161.120 auf Exporte entfielen. Pilgerreisende auf der Haddsch waren eine wichtige Einnahmequelle. [1]
Um das Jahr 1910 gab es auch in Gaza eine Sektion des Komitees für Einheit und Fortschritt, dem Notabeln, Beamte und Religionsgelehrte angehörten. Die Dominikaner der École biblique de Jérusalem waren in Gaza mit dem Presbytère latin präsent. Im Ersten Weltkrieg errichtete das Osmanische Reich nahe der Stadt die Palästinafront gegen die Briten, die die Stadt nach einem ersten erfolglosen Angriff März/April 1917 am 7. November 1917 schließlich eroberten. Beim Beschuss der Stadt wurde das Minarett der Großen Moschee zerstört und danach vergrößert wiederaufgebaut; es war vom Aussichtsberg Jabal al-Mintar gut zu sehen. Zionistisch motivierte jüdische Einwanderer siedelten sich nicht in Gaza an, ihre nächstgelegene landwirtschaftliche Ansiedlung befand sich im etwa 20 Kilometer östlich gelegenen Ruhama, das 1912 gegründet worden war. [1]
Britisches Völkerbundsmandat über Palästina
Gaza und seine Umgebung wurden während des Ersten Weltkriegs durch die Briten im Rahmen der Sinai- und Palästina-Kampagne besetzt. Die Schlachten von Gaza fanden zwischen den Alliierten unter britischer Führung und den osmanischen Truppen statt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Gaza-Distrikt des Mutesarriflik Jerusalem ein Teil des an Großbritannien übertragenen Völkerbundsmandats für Palästina. Gazas Unternehmer begannen zunehmend in den profitablen Anbau von Zitrusfrüchten zu investieren.
Im hauptsächlich gegen die Briten gerichteten Arabischen Aufstand errangen Aufständische 1938 für einige Stunden die Kontrolle über Gaza, während sie die Jerusalemer Altstadt drei Tage hielten. 1948 wurde der Gazastreifen von Ägypten besetzt, das im Palästinakrieg mit rund 1000 Toten einen hohen Blutzoll erbracht hatte. [1]
1948 - Nabka - Flucht und Vertreibung
Durch die Nakba* im ersten israelisch-arabischen Krieg - Flucht und Vertreibung von hunderttausenden Palästinensern durch Israel - kamen fast 200.000 Flüchtlinge hauptsächlich aus den Orten der Küstenebene und aus Jaffa im Gazastreifen an. Sie wurden von der UNRWA registriert.
*Einen interessanten Artikel zur Nakba eines israelischen Journalisten habe ich im +972 Magazine gefunden:
„How I learned to stop worrying and acknowledge the Nakba“
By +972 Magazine August 8, 2019 - By Michal Talya
„For more than seven decades, Israelis haven’t been able to come to terms with the consequences of the Nakba. To do so, they’ll have to confront the hard truths about 1948, and shed their moral superiority“.
In die deutsche Sprache übersetzt:
„Wie ich lernte, mir keine Sorgen mehr zu machen und die Nakba anzuerkennen“
Von +972 Magazine, 8. August 2019 - Von Michal Talya
„Seit über sieben Jahrzehnten gelingt es den Israelis nicht, die Folgen der Nakba zu verarbeiten. Um dies zu tun, müssen sie sich den harten Wahrheiten über das Jahr 1948 stellen und ihre moralische Überlegenheit ablegen.“
Was israelische Schulen ihren Schülern verschweigen - ein sicherlich informatives und interessantes Thema finden Sie im +972 Magazine.
Brief von David Ben-Gurion
Unter der Überschrift:
„Stop Fleeing Arabs From Returning“ - Rückkehr geflohener Araber verhindern
berichtet die israelische Zeitung Haaretz:
„Ein versteigerter Brief enthüllt, dass Israels erster Premierminister versuchte, britische Bemühungen zur Ansiedlung des „Feindes“ in Haifa zu vereiteln. Der Brief widerspricht einer Aussage von Golda Meir.
David Ben-Gurion, Israels erster Premierminister, gab eine Anweisung, die die Rückkehr der arabischen Einwohner Haifas, die während des Unabhängigkeitskrieges von 1948 aus der Stadt geflohen waren, verhindern sollte, solange die Kämpfe andauerten. Dies geht aus einem Brief mit Ben-Gurions Unterschrift hervor, der nächste Woche im Auktionshaus Kedem in Jerusalem versteigert wird“. [2]
Hier kann durchaus unterstellt werden, dass Israel kein Interesse daran hatte, die ehemaligen palästinensischen Bewohner Haifas trotz britischer Bemühungen wieder aufzunehmen- wie an vielen anderen Orten in Israel auch!
Gaza war ab dem 6. September 1948 der Sitz der weitgehend bedeutungslosen All-Palästina-Regierung unter dem durch seine Nazianhängerschaft diskreditierten Amin al-Husseini, einer Gründung der Arabischen Liga, abhängig von Ägypten. Die nur noch formal existierende Exilregierung zog bald nach Kairo. 1959 wurde sie von Gamal Abdel Nasser aufgelöst. Ab den 1940er Jahren waren die Muslimbrüder in Gaza tätig. Indes entwaffnete die ägyptische Armee die Bevölkerung bis 1955 systematisch, um Angriffe auf Israel zu unterbinden. Eine kurze wirtschaftliche Blütezeit unter ihrer Verwaltung hat der armenischstämmige Fotograf Kegham Djeghalian dokumentiert. Bei einem israelischen Angriff auf eine ägyptische Militärbasis am 28. Februar 1955 starben 38 ägyptische Soldaten, 62 wurden verletzt.
Als Reaktion auf den Angriff unternahm Ägypten fortan nichts mehr, um das Eindringen sogenannter Fedajin nach Israel zu unterbinden. Israel nahm Gaza 1956 kurzzeitig ein. Von November 1956 bis Juni 1967 war in Gaza die United Nations Emergency Force (UNEF I) stationiert. Im Juni 1959 besuchte der argentinische Arzt und Anführer der Rebellenarmee in der Kubanischen Revolution Ernesto „Che“ Guevara Gaza, 1964 kam der schwarzen Bürgerrechtler Malcolm X aus den USA. 1960 war Indiens Ministerpräsident Jawaharlal Nehru auf Truppenbesuch. [1]
1967 - 2023
Im Sechstagekrieg wurde der gesamte Gazastreifen im Juni 1967 erneut von Israel besetzt. 1973 gründete Ahmad Yasin die islamistische Organisation Moujamma al-islami. Ab 1981 war Fathi Schakaki, der Gründer des „Islamischen Dschihad in Palästina“, in Gaza tätig, wo er an der al-Qassam-Moschee des Predigers Abdel Aziz Uda im nahen Beit Lahiya Fuß fasste. Im Abkommen von Taba 1995 erreichte Jassir Arafat als Verhandlungserfolge 70 % des Gazastreifens, eine eigene Polizeitruppe und die Eröffnung des Internationalen Flughafens Jassir Arafat. Am 18. November 1994 kam es in Gaza zur Eskalation zwischen der PLO und demonstrierenden Hamas-Anhängern, wodurch es zu 16 Toten kam, die von PLO-Mitgliedern beim Verlassen einer Moschee erschossen wurden. Nach dem Wahlsieg bei der zweiten bisher abgehaltenen Parlamentswahl im Januar 2006 erzielte die Hamas 74 der 132 Parlamentssitze und übernahmen am 15. Juni 2007 einseitig die Macht in Gaza. [1]
Nach den Angriffen der Hamas und anderer Fraktionen auf Israel am 7. Oktober 2023 begann der Krieg in Israel und Gaza, der bis heute im Jahr 2026 trotz des Friedensplans des amerikanischen Diktators Trump nicht beendet ist.
Weitere Informationen zum Krieg im Gazastreifen und in Gaza (Stadt) finden sie unter Terrorangriff der Hamas und Israels aktuelle Politik.
Gazastreifen
Der Gazastreifen ist ein Küstengebiet am östlichen Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten mit Gaza-Stadt als Zentrum. Der Gazastreifen hat circa 2,1 Millionen Einwohner. Das Land in diesem Gebiet ist uraltes Kulturland ähnlich der Umgebung um Aschdod und Aschkelon. Die wichtige antike Verkehrsader Via Maris zwischen Ägypten und Damaskus führte u.a. durch dieses Gebiet und die Stadt Gaza gehörte zum Volk der Philister. Heute ist der Gazastreifen ein Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete und steht im Inneren formal unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde....
Weitere Informationen zur Geschichte des Gazastreifen finden Sie hier....!
Quellennachweis:
1.: Die Informationen zur Geschichte von Gaza (Stadt) basieren auf dem Artikel Gaza (Stadt) (Stand vom 06.12.2025) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
2.: „After Capturing Haifa, Ben-Gurion Gave Order to Stop Fleeing Arabs From Returning“ Bericht der israelischen Zeitung Haaretz vom 26. Mai 2015 von Ofer Aderet, zuletzt abgerufen am 4. März 2026!
Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Eyecatcher: Gaza; Gaza Strip; (2 Fotos) - Autor: Mujaddara" - "Arabische Invasionsroute in Unterägypten - Autor: Mohammad adil at en.wikipedia" - "Straße in Gaza - Autor: Manar al Zraiy" - "Map vom Gazastreifen - Autor: Lencer" - "Arkadenhalle der Großen Moschee von Gaza - Autor: Marius Arnesen" - "Hafen von Gaza - Autor: Moshe Milner (1946-) - Government Press Office (Israel)" sind unter der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported verfügbar.
Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Gaza - Sayyid-Haschim-Moschee - Moscheeplatz - Autor: Aliaa M.Etaish" - "Arkaden der Großen Moschee in Gaza-Stadt - Autor: Maha quta" - "Große Moschee in Gaza-Stadt (Omari Moschee) - Autor: Dan Palraz" - "Der arabische Schriftsteller Ibrahim El Kabir traf David Ben Gurion in dessen Haus in Tel Aviv in seiner Bibliothek - Autor: Sammlung Dan Hadani / Israelische Nationalbibliothek / Nationale Fotosammlung der Familie Pritzker" - "Einnahme von Gaza 1956; (2 Fotos) - Foto: Beno Rothenberg /Meitar Collection / Israelische Nationalbibliothek / The Pritzker Family National Photography Collection" sind lizensiert unter der Namensnennung-Share Alike 4.0 International Deed (CC BY-SA 4.0) Lizenz.