Umgebung von Bethlehem
Bethlehem - Artas
Kloster Hortus Conclusus im Artas Tal - Palästinensisches Autonomiegebiet - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Artas Folklore Center - Lizenz s. u.
Hirtenfelder
Bethlehem
Hirtenfelder bei Bethlehem
Südöstlich von Bethlehem befindet sich ein Wiesental mit grünen Eichen- und Terebinthenbäumen, das man als den Aufenthalt der "Hirten auf dem Felde" bezeichnet, als ihnen die Engel die Geburt des Heilandes verkündigten. Nach der jüdischen Tradition baute Abraham dem Herrn hier einen Altar, und Jakob wohnte hier nach seiner Rückkehr aus Mesopotamien. Auf den umliegenden Feldern weidete David als Knabe die Herden seines Vaters. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Kapelle der Franziskaner, die 1954 in Form eines Zeltes errichtet wurde. Die Kapelle wurde den "Heiligen Engeln" geweiht. Neben der Kapelle befinden sich die Ruinen eines byzantinischen Klosters aus dem 4. bis 8. Jahrhundert und die Überreste einer antiken Siedlung aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.. Ein am Abend beleuchteter Stern auf dem Dach der Kapelle symbolisiert die Verkündigung der Geburt Christi.
"In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt." (Lk 2,8-12)
Rahels Grab
Bethlehem
Farbzeichnung des Grabes von Rahel - Situiation Anfang des 20. Jahrhunderts - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)
Etwa einen Kilometer vor Bethlehem auf der rechten Straßenseite liegt das angebliche Grab der Rahel, der Mutter Josephs und Benjamins. Es handelt sich um ein kleines Gebäude mit einem Kuppeldach das genau an der Stelle errichtet wurde, an der Rahel begraben wurde. Das Grab wird gleichermaßen von Christen, Juden und Moslems verehrt; all diesen Konfessionen ist die diese Stätte heilig. Erstmals wird diese Stätte von einem Pilger aus Bordeaux im Jahre 333 erwähnt. Die Kreuzfahrer errichteten über dieser Stätte ein Grabmal mit Kuppeldach, das von vier Säulen getragen wurde. 1841 wurde das Gebäude restauriert und erweitert.
Artas Valley
Bethlehem - Artas
Szene während des Artas Festival - Foto: Wikipedia - Autor: Ibrahim Shahin - Lizenz s.u.
Artas ist ein Dorf in den palästinensischen Hoheitsgebieten etwa vier Kilometer südwestlich von Bethlehem. Es gehört zum Gouvernement Bethlehem im zentralen Westjordanland. In der Ortschaft leben etwa 3600 Personen. In der Umgebung des Dorfes befinden sich einige Archäologische Hinterlassenschaften von der Eisenzeit bis zur Osmanischen Zeit. Bis zum 19. Jahrhundert wurden Dorfbewohner zur Überwachung der Teiche Salomons eingesetzt. Das Wasser aus diesen Teichen wurde nach Bethlehem und sogar bis nach Jerusalem geleitet. In den 1920er Jahren besuchte die schwedisch-finnische Anthropologin Hilma Granqvist Artas im Rahmen ihrer Forschung über die Frauen des Alten Testaments.
Kloster Hortus Conclusus
Bethlehem - Artas
Kloster Hortus Conclusus im Artas Tal - Palästinensisches Autonomiegebiet - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Artas Folklore Center - Lizenz s.u.
Granqvist blieb schließlich bis 1931 in Artas und dokumentierte alle Aspekte des dörflichen Lebens. Ihre Bücher und Fotos über Artas wurden zwischen 1931 und 1965 veröffentlicht und machten den Ort zu einem der am besten dokumentierten palästinensischen Dörfer. Die Umgebung des Dorfes Artas besticht durch eine Vielfalt an Flora und Fauna in einem einzigartigen, durch seine Lage geprägten Tal. Auf der anderen Talseite liegt das Nonnenkloster Hortus Conclusus. Der Name des Klosters bedeutet soviel wie "verschlossener Garten" und wird aus einem Buch des Alten Testaments, dem Hohelied, abgeleitet.
"Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, / ein verschlossener Garten, / ein versiegelter Quell." (Hld 4,12 )
Die Klosterkirche wurde an der Wende zum 20. Jahrhundert gebaut. Das Kloster ist deshalb bekannt, weil Forscher hier die Gärten des biblischen König Salomon vermuten. Im Dorf Artas gibt es ein kleines Heimatmuseum. Seit 1994 wird hier in Artas jedes Jahr ein sogenanntes Salat-Festival abgehalten- stets eine gut besuchte Veranstaltung. Das Dorf ist ein beliebtes Ziel für Besucher aus Bethlehem, die die traditionelle Lebensweise der Palästinenser kennenlernen wollen. Die Existenz des Klosters in der unmittelbaren Umgebung eines muslimischen Dorfes bestätigt über Jahrhunderte das friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Moslems im Heiligen Land. Weitere Informationen zum Dorf Artas und seiner Folklore finden Sie hier....!
Salomons Teiche
Bethlehem - Artas
Salomons Teiche - Bildquelle: Wikipedia: Autor: Kai Hendry - Lizenz s.u.
Verläßt man Bethlehem in südlicher Richtung auf dem Weg nach Hebron passiert man nach etwa 6 Kilometern die großen Teiche Salomos. Es handelt sich hier um drei in den Felsen gehauene und durch Kanäle miteinander verbundene Wasserreservoire. Schon in der Bibel sind dieses Behälter unter dem Namen Salomons Teiche bekannt. Früher wurde ein Teil des Teichwassers in zwei noch vorhandenen Leitungen nach Jerusalem geleitet. Weiterhin wird mit dem Wasser der Teiche ein kleines Felsental (Artas-Valley) bewässert, bekannt unter dem Namen "Verschlossener Garten", in dem sich heute in der Nähe des Ortes Artas das Nonnenkloster Hortus Conclusus befindet. Einer Sage nach sollen sich hier früher die Lustgärten des Königs Salomons befunden haben. Die Umgebung von Bethlehem ist verhältnismäßig wasserreich und könnte daher effektiver zur Landwirtschaft genutzt werden- allerdings scheinen dem wohl politische Gründe entgegenzustehen.
Kloster Mar Saba
Bethlehem - Mar Saba
Kloster Mar Saba - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)
Mar Saba ist ein griechisch-orthodoxes Kloster in der Nähe von Bethlehem. Die Gründung des Klosters erfolgte um 492. Es wurde nach seinem Gründer, dem heiligen Sabas benannt. Im Jahre 2005 wohnten nur noch 10 Mönche dort, im 7. Jahrhundert waren es ca. 4.000. Im 8. Jahrhundert verbrachte hier der Kirchenvater Johannes von Damaskus seine letzten Lebensjahre. Die Kreuzfahrer raubten im 12. Jahrhundert den hier bestatteten Leichnam des Heiligen Sabas und brachten ihn nach Venedig, wo er aufbewahrt wurde. 1964 gab der Staat Italien den Leichnam wieder zurück und Mar Saba wurde erneut in der Kreuzkuppelkirche des Klosters beigesetzt. Im Kloster fand Morton Smith (1915 - 1991) im Jahr 1958 eine Kopie eines der Briefe von Clemens von Alexandria. Der Brief enthielt Fragmente des Geheimen Markus-Evangeliums.
Bethlehem - Mar Saba
Kloster Mar Saba - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)
Titus Flavius Clemens, griech. Klemes Alexandreus, war ein griechischer Theologe und Kirchenschriftsteller. Er wurde um 150 in Athen geboren und er verstarb um 215 in Kappadokien (Türkei). Heute ist er als „Clemens von Alexandria“ (Clemens Alexandrinus) bekannt. Die Lage des Klosters am Abhang zur Kidronschlucht ist atemberaubend. Das Kloster liegt etwa 8 Kilometer von Bethlehem entfernt.
Beit Sahour
Bethlehem - Hirtenfelder
Kapelle auf den Hirtenfeldern - Fotoquelle: Wikipedia - Autor: Berthold Werner - Lizenz s.u.
Südöstlich von Bethlehem liegt das einstige Dorf Beit Sahur. Es ist ein Vorort von Bethlehem und hat etwa 10 500 Einwohner. In der Nähe des Dorfes liegen die Hirtenfelder, wo Engel die Geburt von Jesus Christus den Hirten verkündeten. Auf dem Gemeindegebiet gibt es auf den "Hirtenfeldern" Gedenkstätten, die an die Verkündung der Weihnachtsbotschaft an die Hirten (Lk 2,1-20) erinnern. Zum einen sind es die römisch-katholischen Hirtenfelder der Franziskaner, von den Arabern "Der es-Siar" genannt. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Zisternen und Grotten in der Art, wie man sich einen Stall zur Zeit Jesu vorstellen muss. Über einer dieser Grotten wurde zwischen 1953 und 1954 eine Kapelle in Form eines Zelts errichtet. Sie ist Anziehungspunkt für Touristen, besonders am Heiligen Abend. Neben dieser modernen Kirche der Franziskaner - errichtet von dem italienischen Architekten Antonio Barluzzi - liegen die Überreste einer byzantinischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert.
"Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten." (Lk 2,15-18)
Hirtenfelder "Der er-Ra'wat"
Nur tausend Meter weiter befinden sich die Hirtenfelder der griechisch-orthodoxen Christen. Auf dem Gelände befindet sich eine unterirdische Kirche, die der Gottesmutter Maria (Mutter Jesu) geweiht ist. Dort werden auch angebliche Gräber von drei jener Hirten gezeigt, denen die Weihnachtsbotschaft verkündet worden war. Neben dieser Grotte wurde eine neue Kirche errichtet. Die Araber nennen die orthodoxen Hirtenfelder "Der er-Ra'wat". Am östlichen Stadtrand von Beit Sahur teilt sich der Weg: Nach links führt die Straße in die Wüste zum Kloster Mar Saba, das etwa 8 Kilometer von hier entfernt liegt. Nach rechts führt der Weg am Beduinendorf Za'tara vorbei, das in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts errichtet wurde. Bis zu einem weiteren Höhepunkt in der Umgebung von Bethlehem, dem Herodion - Palastanlage Herodes des Großen, sind es insgesamt 11 Kilometer.
The Alternative Tourism Group
The Alternative Tourism Group
In der Umgebung von Bethlehem gibt es einige herausragende Sehenswürdigkeiten, die bei einem Besuch der Geburtsstadt des Herrn so nicht gezeigt werden. Allein für Bethlehem und Umgebung - verbunden mit ein- oder zwei geführten Wanderungen - kann man einige Tage verbringen. Es gibt ein paar Hotels in der Stadt, die allerdings rechtzeitig vorher reserviert werden müssen. Eine Reiseorganisation ist ihnen bei der Planung und Durchführung ihres Aufenthalts in Bethlehem behilflich. Lediglich die Flüge zum Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv und wieder zurück müssen in Eigenverantwortung durchgeführt werden.
Adresse:
The Alternative Tourism Group
74 Star Street, P.0. Box 173
Beit Sahour, Palestine
Phone: +972 2 277 2151
Fax: +972 2 277 2211
E-mail: info@atg.ps
Internet: The Alternative Tourism Group
Quellenangabe:
Die Geschichte des Artas Tals basiert auf dem Artikel Artas, Bethlehem (Stand vom 15.12.2008) und stammen zusammen mit den Fotos "Titelfoto: Fernansicht Bethlehem - Autor: Deror avi" - "Artas Festival - Autor: Ibrahim Shahin" - "Kloster Hortus Conclusus im Artas Tal - Autor: Artas Folklore Center" - "Salomons Teiche - Autor: Kai Hendry" - "Kapelle auf den Hirtenfeldern; Bethlehem, Geburtskirche (2 Fotos) - Autor: Berthold Werner" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
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