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Dominus flevit

Jerusalem - Dominus flevit

Altarbereich mit Fenster - Foto: Wikipedia - Autor: Alistair - Lizenz s.u.




Überblick

Jerusalem - Dominus flevit

Kirche auf dem Ölberg - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)



Wenn man von der Kirche "Aller Nationen" ein Stück des Weges bergauf geht, zweigt nach kurzer Zeit eine kleine frisch geteerte Straße zum Ölberg hinauf. Auf der rechten Seite liegt der große jüdische Friedhof und die zweite Straße auf der linken Seite führt zur Kirche "Dominus Flevit". Diese kleine Kirche liegt sanft angelehnt am Abhang des Ölbergs mit direkten Blick auf das Kidrontal und die Stadtmauer. In der Kirche schweift der Blick über den Altar durch ein schön gestaltetes Fenster bis hin zum Goldenen Tor der Stadtmauer von Jerusalem aus der osmanischen Epoche. Dominus flevit ist eine römisch-katholische Kirche, die von der Kustodie des Heiligen Landes verwaltet wird. Beim Bau des Heiligtums fanden Archäologen Artefakte aus dem kanaanäischen Zeitraum sowie Gräber aus der Zeit des Zweiten Tempels und aus byzantinischer Zeit.

Namensgebung

Jerusalem - Dominus flevit

Mosaik und Bodenplatte mit Kreuz - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Der Name der Kirche stammt aus dem Evangelium nach Lukas - Kapitel 19, 41-44. Als Jesus kurz vor dem Passahfest (Pessach) auf dem Weg nach Jerusalem war, berichtet der Evangelist Lukas:

"Und als er nahe hinzukam (wahrscheinlich ist der Abhang des Ölbergs gemeint), sah er die Stadt und weinte über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist" (Lk 19, 41-44).

So erhielt die Kirche ihre lateinische Bezeichnung "Dominus flevit" - ...und der Herr weinte...! Sicherlich ein sehr schöner Platz für den Standort dieser Kirche.


Antonio Barluzzi

Jerusalem - Dominus flevit

Bliick ins Kidrontal und zur Kirche Dominus flevit - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Die Kirche Dominus flevit ist im Besitz des Franziskanerordens. Sie wurde zwischen 1953 - 1955 nach den Plänen des italienischen Architekten Antonio Barluzzi auf den Fundamenten einer byzantinischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert in der Form einer stilisierten Träne erbaut. Barluzzi ist auch der Erbauer der Kirche der Nationen und einer ganzen Reihe weiterer Kirchen im Heiligen Land. Unter anderem ist das z.B. die Kirche der Seligpreisungen in Galiläa und die Kirche der Agonie (auch Gethsemane Kirche genannt) im Kidrontal. Weiterhin die Kirche der Heimsuchung in En Kerem, die Kirche der Geißelung an der Via Dolorosa (auch im Besitz des Franziskanerordens) und die Sankt Lazarus Kirche in Bethanien.


Jerusalem - Ölberg

Detail des jüdischen Friedhofs


Dominus flevit erinnert an die Trauer Jesu im Wissen um die kommende Zerstörung der Stadt Jerusalem. Das Areal der Kirche Dominus flevit mit dem kleinen Garten ist täglich von 08.00 bis 17.00 Uhr geöffnet und während der Mittagszeit für eine Stunde geschlossen. Südöstlich der Kirche Dominus flevit befindet sich am Abhang des Ölbergs die größte Nekropole von Jersualem- der jüdische Friedhof. Nach jüdischem Glauben wird der Messias über den Ölberg nach Jerusalem einziehen und im Kidrontal unterhalb des Hügels das Jüngste Gericht halten. Deswegen wurde am Hang des Berges ein ausgedehnter jüdischer Friedhof angelegt. Die Gräber des 1948 stark beschädigten Friedhofs stammen zum Teil noch aus biblischer Zeit.


Dominus Flevit Church
Kirche Dominus flevit am Abhang des Ölbergs - eingebunden über Wikimedia Commons

Geschichte

Jerusalem - Dominus flevit

Gartenbereich - Foto: Wikipedia - Autor: Deror Avi - Lizenz s.u.


Dieser Ort war nicht bebaut bis zur Zeit der Kreuzfahrer. Ab dieser Zeit wurde eine erste Kapelle errichtet, die nach dem Fall von Jerusalem im Jahre 1187 bis auf wenige Ruinen verfiel. Im frühen 16. Jahrhundert existierte eine Moschee und Medresse an dieser Stelle, die vermutlich von den Türken unter Verwendung der Überreste der früheren Kirche errichtet wurde. Die genaue Verwendung der Gebäude ist allerdings bis heute umstritten. Dieser Ort ist bei den Arabern als el Mansouriyeh und el Khelweh (Einsiedelei) bekannt. Die Franziskaner errichteten unweit dieses Ortes 1891 eine kleine Kapelle, nachdem sie ein Stück Land dazu gekauft hatten, um das Areal zu vergrößern. Im Jahr 1940 verkauften die benachbarten Benediktinerinnen ein Teil ihres Grundstücks an die Franziskaner.


Jerusalem - Dominus flevit

Nekropole - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Nach der Umsetzung der Mauern zwecks Abtrennung der Grundstücke wurde 1953 bei weiteren Arbeiten an einer Mauerwand die Fundamente alter Gräber ausgegraben. Ein spätbronzezeitliches Grab aus dem Zeitraum der Kanaaniter sowie eine Nekropole aus den Jahren 136 vor Chr. bis etwa 300 nach Chr. wurden entdeckt. Die Nekropole wird in zwei verschiedene Zeiträume unterteilt, die sich durch unterschiedliche Grabstile unterscheiden. Die frühen Gräber aus der Zeit des Zweiten Tempels wurden im Kokhim Stil errichtet und bei den Gräbern aus der byzantinischen Epoche handelt es sich um sogenannte Arcosolgräber (in den Felsen geschlagene, meist mit einer Nische überwölbte Gräber) aus dem 3. und 4. Jahrhundert n. Chr.. Auch ein byzantinisches Kloster aus dem 5. Jahrhundert wurde hier entdeckt, die Bodenmosaike hat man in Situ gelassen.


Pater-Noster-Kirche

Jerusalem - Ölberg

Pater-Noster-Kirche - Foto: Wikipedia (Public domain)


Eine weitere Sehenswürdigkeit auf dem Ölberg ist die sogenannte Pater-Noster-Kirche. Hier am Ölberg, in der Nähe der heutigen Karmeliterkirche aus dem 19. Jahrhundert gab Jesus der Welt das Gebet des Herrn. Im 4. Jahrhundert errichtete hier die Kaiserin Helena, Mutter des zum Christentum bekehrten Kaisers Konstantin die Ölbaumkirche (Eleonakirche), um die Menschheit an Jesu Prophezeiung der Zerstörung Jerusalems zu erinnern. In der heutigen Pater-Noster-Kirche steht auf großen Wandtafeln das "Vater unser..." in 140 Sprachen. An der heutigen Stelle der Pater-Noster-Kirche wurde bereits um 330 eine konstantinische Himmelfahrtskirche über einer Grotte errichtet.


Jerusalem - Ölberg

Pater-Noster-Kirche


Diese Kirche wurde jedoch im Jahre 614 durch die Perser zerstört wurde. Das Grundstück, das seit der Kreuzfahrerzeit als Geburtsstätte des Vaterunsers gilt, wurde 1868 durch die französische Prinzessin Aurelie de La Tour d'Auvergne erworben. Zwischen 1874 - 1875 entstand die heutige Kirche, die von französischen Karmelitinnen betreut wird mit ursprünglich 39 Versionen des Gebets. Erst 1911 wurde jene Grotte unter der Kirche wiederentdeckt, von deren Existenz die Prinzessin stets überzeugt war, sie aber nicht freilegen konnte. An den Wänden der Vorhalle und des Kreuzganges sind Majolikaplatten mit dem Text des Vaterunsers in 140 Sprachen angebracht [1].


Quellenangabe:


Die Fotos "Titelfoto: Dominus flevit Church; Gartenbereich; (2 Fotos) - Autor: Deror Avi" - "Dominus flevit - Altarbereich mit Fenster - Autor: Alistair" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. Die Fotodateien stehen unter der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported", deren Bedingungen Sie hier einsehen können.

1.: Informationen zur Pater-Noster-Kirche in Jerusalem auf dem Ölberg stammen aus dem Artikel der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 31.01.2015!


Fotos der Kirche Dominus flevit





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